Zeitgeschichte als Geschlechtergeschichte. Neue Perspektiven auf die Bundesrepublik
Julia Paulus / Eva-Maria Silies / Kerstin Wolff (Hg.)
In der Zeitgeschichte herrscht die These einer fortschreitenden Emanzipation der Frauen seit den 1950er-Jahren vor. Bei genauerer Betrachtung ergibt sich allerdings ein anderes Bild. Anhand von Thmenfeldern wie »Beruf und Familie«, »Sexualitäten und Körper« und »Partizipation und Protest« wird in diesem Band die Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik einer geschlechterhistorischen Analyse unterzogen. Dabei wird deutlich, dass sich gesellschaftlich tief verwurzelte Vorstellungen über Geschlechterrollen nur langsam veränder - egal, ob in Zeiten der Stagnation oder eines dynamischen Wandels.
Pressestimmen
"Somit kann als Ergebnis der in diesem Tagungsband vereinten Beiträge die Formulierung eines Forschungsdesiderats festgehalten werden: Die Geschlechtergeschichte kann und sollte zu einer Erweiterung der Perspektiven, Paradigmen und Deutungsmuster der allgemeinen Geschichte beitragen. Sie sollte sich nicht auf eine Prüfung derselben beschränken, sondern eigene Interpretationsmuster formulieren. Denn Geschlechtergeschichte ist kein unnötiger, obschon interessanter Seitenblick, die politisch korrekterweise erwähnt werden sollte. Geschlechtergeschichte ist integraler Bestandteil aller anderen Geschichten". Sonja Dolinsek, querelles-net.de, 14. Jg., Nr. 4, 2013
"Der Sammelband macht deutlich, dass die üblichen zeithistorischen Interpretationsmuster zwar häufig mit dem Gestus der Allgemeingültigkeit auftreten, aber geschlechtergeschichtliche Lücken haben, die nicht einfach im Rahmen der etablierten Konzepte „gefüllt“ werden können. Vielmehr müssen in einem nächsten Schritt neue Muster entwickelt werden, die es ermöglichen, ambivalente Entwicklungslinien zu untersuchen und damit einen umfassenderen Rahmen zu bieten". Christina Herkommer, HSozKult, 18.01.2013
Umfang
336 Seiten
Erschienen
Frankfurt a.M. 2012