Jahresserie #DieFrauenVon1848

#DieFrauenVon1848 Folge 1

„Wo sie das Volk meinen, da zählen die Frauen nicht mit“

2023 hat begonnen – und mit dieser Zahl kommt ein neues Jubiläum inklusive neuer Jahresserie des AddF. Dieses Jahr steht ganz im Zeichen der Revolution von 1848, die sich zum 175. Mal jährt und dem das AddF in Kooperation unter anderem eine Tagung, die neue Ariadne und zahlreiche Vorträge widmen wird. Wir möchten einen ganz besonderen Aspekt dieses wichtigen Abschnitts der Geschichte in den kommenden zwölf Monaten auf unseren Social-Media-Kanälen beleuchten: die Frauen von 1848!

„Wo sie das Volk meinen, da zählen die Frauen nicht mit“ - Zu diesem Urteil über die Kämpfer der 1848er-Revolution kam Louise Otto, die „Lerche des Völkerfrühlings“, 1849 im ersten Heft ihrer Frauenzeitung. Und sie war nicht die Einzige, die diese eingeschränkte Wahrnehmung der meisten Revolutionäre  bemerkte. Viele Frauen mischten sich in die revolutionäre Aufbruchstimmung ein, mit Feder und Tinte als Journalistinnen und Schriftstellerinnen, aber auch als mitkämpfende (Ehe)Frauen auf Barrikaden und Schlachtfeldern und später als Organisatorinnen der Flucht ins Exil und des Neuanfangs in der Emigration, allein oder mit der ganzen Familie. Sie forderten Freiheitsrechte auch für sich und meinten damit zum Beispiel Zugang zu Bildungsinstitutionen und moralische und rechtliche Gleichstellung in Ehe und Familie. Neben Louise Otto (1819-1895) meldeten sich viele weitere zu Wort oder schritten zur Tat, so etwa: Emma Herwegh (1817-1904), Amalie Struve (1824-1862), Louise Dittmar (1807-1884), Louise Aston (1814-1871), Malwida von Meysenbug (1816-1903), Johanna Kinkel (1810-1858), Mathilde Franziska Anneke (1817-1884) oder Fanny Lewald (1811-1889). Diese Frauen und ihre Beiträge zur 1848er-Revolution – was sie in Bewegung bringen konnten und auch, wo sie gescheitert sind – wollen wir in unserer neuen Reihe allmonatlich vorstellen. Denn – noch einmal Louise Otto: „Aber die Freiheit ist untheilbar! Also freie Männer dürfen keine Sklaven neben sich dulden – also auch keine Sklavinnen.“[1]

 

Fußnoten

[1]
Louise Otto: Die Freiheit ist unteilbar, in: Frauen-Zeitung, Leipzig, 1. Jg., Nr. 1, 21. April 1849, S. 2

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