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Archiv, Bibliothek und Forschungszentrum zur Geschichte der deutschen Frauenbewegung ─ Willkommen!

Das Archiv der deutschen Frauenbewegung (AddF) sammelt, forscht und publiziert zur Geschichte von Frauen und Frauenbewegungen von 1800 bis in die 1960er Jahre. Die Verbreitung des Wissens über die Frauenbewegung und ihre Protagonistinnen in der Öffentlichkeit durch Vorträge, Lesungen, Konzerte und Ausstellungen ist uns ein großes Anliegen.


Unser Lesesaal ist geöffnet!

Auf Basis der aktuellen SARS-CoV-2-Verordnungen der Bundesländer können nach Voranmeldung zwei Nutzer*innen bei uns im Lesesaal vor Ort arbeiten. Ab dem 13.01.2022 gilt die 2G-Plus-Regelung und die Corona-Hygieneregeln. Unsere Öffnungszeiten sind Dienstag - Donnerstag, 11 bis 17 Uhr. Anmeldung bitte per Mail unter info(at)addf-kassel.de. Die Notwendigkeit kurzfristiger Schließungen aufgrund behördlicher Bestimmungen kann nach wie vor nicht ausgeschlossen werden.

 


Ariadne 78

Politische Freund:innenschaft. Bündnisse, Netzwerke, Lebensgemeinschaften.

Ab jetzt können SIe unsere Ariadne Ausgabe 78 - "Politische Freund:innenschaft. Bündnisse, Netzwerke, Lebensgemeinschaften" vorbestellen. Die in diesem Band versammelten Geschichten handeln von feministischer oder frauenpolitischer Bewegungspolitik, von Bündnis- und Netzwerkpraxis in Hinblick auf Beruf, Karriere und gesellschaftliche Position sowie von intimer Lebenspraxis – mit ermutigenden wie entmutigenden Aspekten für die Beteiligten.
Unsere Autor:innen veranschaulichen, wie unterschiedlich Freund:innenschaften gelebt und gestaltet wurden – abhängig von den beteiligten Akteur:innen, den politischen wie beruflichen und auch persönlichen wie individuellen Kontexten. Darüber wird schlussendlich auch sichtbar, wie offen der Begriff heute ist und dazu einlädt, Beziehungen unter Frauen* als freundschaftlich aufzufassen – und in den hier dargestellten Fällen eben auch als politisch. Alle Informationen zu Ausgabe 78 und der Vorbestellung finden Sie hier.


Dossier

Gabriele Reuter (1859-1941)

Gabriele Reuter war eine moderne Schriftstellerin. Sie schrieb frauenbewegte Bestseller über die destruktive Seite weiblich-bürgerlicher Lebenswelten innerhalb einer patriarchalen Gesellschaft. Heute erinnern wir ihr Lebenswerk und entdecken ihren Lebensweg ‚neu‘: Im Fall von Gabriele Reuter forcierten vor allem engagierte Literaturwissenschaftler:innen seit den 2000er-Jahren diese Wiederentdeckung. Das biografische Dossier erfasst  ihre Lebensstationen, die u. a. frauenbewegte Literatin, alleinerziehende Mutter und bildungsbürgerliche Bestsellerautorin waren. Wir lernen eine Protagonistin kennen, die Grenzgängerin war zwischen Münchner Boheme und Frauenbewegung. Das komplette Dossier finden Sie hier, es ist entstanden für die Ausstellung #FrauenDerBoheme, die das AddF digital begleitet.


Ausstellung

Frei Leben. Die Frauen in der Boheme 1890-1920 in der Monacensia, München

Seit dem 1. Juli 2022 wird die Ausstellung "Frei leben! Frauen der Boheme 1890-1920" in der Monacensia im Hildebrandhaus in München gezeigt. Und wir sind dabei und begleiten das digitale Rahmenprogramm! Bereits nachdem wir das erste Mal von den vielfältigen Kapiteln und Narrativen erfahren haben, mit denen die Monacensia die Literatinnen Emmy Hennings, Margarehe Beutler und Franziska zu Reventlow beleuchtet, haben wir im AddF uns entschieden, die Ausstellung um eine weitere Perspektive - die der Frauenbewegung - zu ergänzen. Es können nicht nur persönliche und personelle Überschneidungen zwischen den Akteurinnen in der Frauenbewegung und der Boheme aufgezeigt werden, wie sie zum Beispiel bei der Grenzgängerin Gabriele Reuter klar zu sehen sind. Es wird auch schnell deutlich, dass die in der Ausstellung verhandelten Themen Unabhängigkeit, Bürgerliche Ehe/Freie Liebe - Freie Mutterschaft - Prostitution - §218 und Netzwerke mitten hinein in die Frauenbewegung führen. Die Beiträge des AddF werfen in den kommenden 13 Monaten begleitend zur Ausstellung einen Blick zurück in die historischen Quellen. Noch mehr über unsere Motivation, uns digital an der Ausstellung zu beteiligen, steht im Blogbeitrag Frauenbewegung meets Boheme. Im Online-Magazin mon_boheme zur Ausstellung und mit dem #FrauenDerBoheme gibt es stets aktuell die neuesten Beiträge. Ein erstes inhaltliches Kapitel schlägt das Dossier Gabriele Reuter auf.


Abschied von Maria Luise Bertram (1929-2022)

„Ich bin zufrieden und kann mich wohlfühlen“, schrieb Maria Luise im November 2021, nachdem sie aus ihrer Wohnung in ein Seniorenheim gezogen war, das war kurz vor ihrem 92. Geburtstag. Mit dem Laufen wollte es nicht mehr klappen und das war wohl der Grund, die eigene Wohnung auf- und sich in professionelle Obhut zu begeben. Sie nahm es positiv und bezog diese letzte Station im Rollstuhl, der ihr bei allen Einschränkungen doch Mobilität gewährleistete. Physisch wie geistig war sie weiterhin unterwegs, eine Frau der Tat, wie immer schon. Doch nun erreicht uns die Nachricht, dass Maria Luise Bertram am 6. Juli gestorben ist.
Viele Jahre trafen wir uns alljährlich beim i.d.a.-Frauenarchivetreffen. Sie vertrat die Augsburger Frauenbibliothek Avalon, war aber in ihrer Wahlheimat – sie kam, am Sprachklang unschwer zu erkennen, aus Norddeutschland – noch in manch anderer Hinsicht engagiert. Mit dem Arbeitskreis Frauengeschichte erarbeitete sie Stadtrundgänge und Publikationen zu den Themen, die sie vor allem bewegten: der Nationalsozialismus und der Widerstand dagegen. Und so gehörte sie natürlich auch zur Initiative für die ersten Stolpersteine in Augsburg.
Im AddF hatten wir aber die Freude, noch eine andere, nämlich die junge Maria Luise kennen zu lernen. Da hieß sie noch Kiki Eggner, wurde aus Braunschweig in die Kinderlandverschickung in den Harz geschickt und schrieb dabei Tagebuch. Diese Tagebücher aus den Jahren 1944-1946 hat sie dem AddF überlassen. 1953 begleitete sie frisch verheiratet ihren Mann bei einem einjährigen Aufenthalt in den USA. Dort lernte sie Julie Braun-Vogelstein (1883-1971) kennen, eine Kunsthistorikerin, Journalistin und Schriftstellerin, die unter anderem eine Biografie über Lily Braun publiziert hatte. Daraus ergab sich eine über zwanzig Jahre währende Korrespondenz, auch diese Briefe liegen inzwischen im AddF. So gibt es Vieles, was uns noch lange an Maria Luise erinnern wird, in Vergessenheit geraten wird sie ganz gewiß nicht. Vermissen werden wir sie trotzdem! Cornelia Wenzel und das Leitungsteam des AddF


aktuelles Forschungsprojekt

Trümmerfrauen in Kassel?

1945, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, begannen auch in Kassel die Arbeiten zur Trümmerbeseitigung und zum Wiederaufbau. Bis heute gibt es große Wissenslücken darüber, wie die Trümmerbeseitigung in der Stadt organisiert war. Keine der bisherigen Arbeiten zum Wiederaufbau von Kassel hat sich mit der Problematik des Trümmerns beschäftigt und so fehlt es an einer Gesamtdarstellung dieser Problematik, was erstaunlich ist, da die Zerstörung und der Wiederaufbau bis heute ein wichtiger Baustein der kollektiven Stadtidentität sind. So wird einerseits jedes Jahr am 22. Oktober an den großen Bombenangriff von 1943 erinnert, der die gesamte Innenstadt zerstörte und viele Menschenleben kostete, und andererseits wird dem Wiederaufbau Kassels als moderne und autofreundliche Stadt ein wichtiger Platz in der Stadtgeschichte eingeräumt.

Ein Forschungsprojekt am Archiv der deutschen Frauenbewegung nimmt nun die verschiedenen Phasen der Trümmerräumung zwischen 1943 und 1955 in den Blick und fragt nach dem Beitrag, den Frauen, Männer, Schüler:innen, Belegschaften und Betriebsgruppen oder Mitarbeiter:innen der Stadtverwaltung leisteten. Für dieses Projekt suchen wir Interviewpartner:innen. Wenn Sie Geschichten aus dieser Zeit aus Ihrer Familie kennen oder selbst noch Unterlagen besitzen, z. B. Tagebucheinträge, Fotos oder Briefe, würden wir uns freuen, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen. Sie erreichen uns unter 0561/9893670 oder per Mail an dreier@addf-kassel.de.


Neue Beitragsserie

#100JahreCauer, Folge 7: „Ich arbeite nur noch politisch"

#125JahreSelbert ist vorbei – doch das ist für uns kein Grund, den Blick von den Protagonistinnen der Frauenbewegung zu nehmen. Lieber möchten wir ihn auf eine andere Akteurin richten und in die spannenden Momente ihres Lebens eintauchen. In diesem Jahr werden wir in unserer neuen Serie #100JahreCauer anlässlich ihres 100. Todestages die Pädagogin, Journalistin und radikale Frauenrechtlerin Minna Cauer vorstellen. Die monatlichen Beiträge finden Sie in unserer Leseecke!

 


Ausschreibung

Ungehalten? Rede!

Frauen in allen Bereichen der Gesellschaft sind eingeladen am 10. Dezember 2022 im Kasseler Rathaus eine ‚ungehaltene‘ Rede zu halten! Das Projekt "Ungehaltene Reden - Ungehaltener Frauen" geht in eine neue Runde. Dazu rufen die Stiftung Brückner-Kühner und der Verlag S. Fischer Theater und Medien in Kooperation mit dem AddF, der Stadt Kassel und hr2-kultur auf. Wir laden alle Frauen ein, sich mit einer ungehaltenen Rede zu bewerben, um als eine von sechs Rednerinne das Wort ergreifen zu können. Der Aufruf richtet sich an jede Person, die sich als Frau identifiziert und etwas zu sagen hat. Die Reden sollen deutschsprachig und nicht länger als 10 Minuten sein. Das Thema ist frei wählbar. Das Mitgeteilte sollte aber von gesellschaftlicher und persönlicher Bedeutung sein. Da es auch auf den Vortrag der Rede ankommt, müssen alle Reden als Video eingereicht werden. Bewerbungsende ist der 31. Juli 2022, Details zur Teilnahme finden Sie auf der Homepage www.ungehalten.net


Jubliäumsprojekt

Ein Animationsfilm beleuchtet das Leben von Elisabeth Selbert

Ein exklusiver Animationsfilm zum 125. Geburtstag ist mit spannenden Details aus dem Nachlass von Elisabeth Selbert gespickt! Dieser entstand in der Zusammenarbeit des AddF mit den beiden Trickfilmerinnen Katrin Nicklas und Frauke Striegnitz und der Unterstützung der Stadt Kassel. Zu finden ist er im städtischen youtube-Kanal - viel Freude beim Anschauen!


Der Bundespräsident besucht das AddF und würdigt die „Ikone der Gleichberechtigung“ Elisabeth Selbert zum 125. Geburstag

Zu Ehren Elisabeth Selberts, die heute 125 Jahre alt geworden wäre, hat Bundespräsident Frank‐Walter Steinmeier am 21.9.2021 Kassel und das Archiv der deutschen Frauenbewegung besucht. Dort gaben unsere Mitarbeiterinnen Dr. Kerstin Wolff, Silke Mehrwald und Mirjam Höfner Einblicke in den Nachlass der bedeutenden Juristin und Kasseler Ehrenbürgerin und in die Arbeit des AddF. Der sich anschließende Festakt in der Kasseler Brüderkirche, würdigte das Leben und Wirken von Elisabeth Selbert. Ein Animationsfilm gab spannende Einblicke in ihr Leben. Der Bundespräsident würdigte in seiner Festrede das Engagement des AddF: "Die Geschichten dieser Vorkämpferinnen unserer Demokratie sind immer noch zu wenig bekannt. Deshalb ist es großartig, dass es hier in Kassel das Archiv der deutschen Frauenbewegung gibt. Nach meinem Besuch dort heute Morgen muss ich sagen: Es ist ein beeindruckender Ort unserer Demokratiegeschichte, gerade weil es die Frauenbewegungen von 1800 bis 1960 und ein bisschen darüber in ihrer ganzen Breite und Vielfalt in den Blick nimmt. Ich bin überzeugt: Wir brauchen solche Orte, wir brauchen sie, weil sie uns bewusst machen, wie viel wir den engagierten Frauen zu verdanken haben, wie wichtig es aber auch ist, ihre Errungenschaften immer wieder aufs Neue zu verteidigen und auszubauen. All jenen, die mithelfen, die Erinnerung an diese Hälfte unserer Demokratiegeschichte wachzuhalten, gilt heute auch mein ganz herzlicher Dank." Fernseh-Beiträge dazu gibt es von Sat1 Regionalmagazin und in der hessenschau, beides vom 21.09.2021. Weitere Einblicke zu #125jahreselbert gibt es in unserem Instagram und facebook Kanal [Highlights] sowie auf den Seiten der Stadt Kassel.

 


 

Dossiers zur Geschichte der Frauenbewegung

Informieren Sie sich zu Personen, Organisationen und Themen aus der Frauenbewegungsgeschichte und erhalten Sie besondere Hinweise auf die Bestände im AddF.



Adresse / Öffnungszeiten

Gottschalkstraße 57
D - 34127 Kassel
Tel.: +49 (0)561-989 36 70
Fax: +49 (0)561-989 36 72
E-Mail: info@addf-kassel.de
Di.-Do. 11-17 Uhr (Bitte beachten Sie die geänderten Nutzungsmöglichkeiten, um der Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus (Corona-Virus) vorzubeugen.)



Unser Förderverein

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Unser Netzwerk

Das AddF ist Mitglied in i.d.a., dem Dachverband der deutschsprachigen Lesben-/Frauenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen.

 

Das AddF beteiligt sich aktiv am interaktiven Fachportal zur Geschichte der Frauenbewegungen in Deutschland des i.d.a.-Dachverbandes; gefördert vom BMFSFJ.

 

Das AddF ist Mitglied in der AG Orte der Demokratiegeschichte, einer Arbeitsgemeinschaft für die Stärkung unserer demokratischen Wurzeln.

 


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